Steuererklärung ganz einfach – Mit diesen Tipps und Tricks wirst du zum Profi

04.10.2021#Allgemein

Beim Thema Steuererklärung scheiden sich allem Anschein nach die Geister. Für den einen ist die Angelegenheit mit einem Steuerberater schnell erledigt, der andere schiebt sie immer weiter auf, bis der Druck am Ende so groß ist, dass der Sache nicht mehr aus dem Weg zu gehen ist. Manch einer macht seine Steuern mit Leidenschaft, für den nächsten sind sie widerum ein kleineres Übel. Aber die meisten Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen kommen nicht um sie herum: die jährliche Steuererklärung.

In diesem Artikel erfährst du Wissenswertes rund um das Thema Steuererklärung und wie du diese gelassen und entspannt angehen kannst. Du erhältst insbesondere Informationen darüber, welche Unterlagen du unbedingt für die Steuer benötigst und welche unterschiedlichen Hilfestellungen und raffinierten Tipps es gibt, um deine Steuererklärung vollständig und rechtzeitig innerhalb der gesetzlichen Frist abzugeben. Deshalb klären wir zunächst die wichtigsten Fragen zum Thema Steuererklärung für dich und zeigen dir dann eine kleine Auswahl der Dinge, die du von der Steuer absetzen kannst.

Bis wann muss ich meine Steuererklärung abgeben?

Die Frist für die Abgabe der Steuererklärung ist normalerweise für alle, die dazu verpflichtet sind, der 31. Juli des Folgejahres. Für das Jahr 2020 gilt jedoch eine Ausnahme: Hier gibt es eine einmalige Fristverlängerung der Steuererklärung zum 31.10.2021. Da dieser Tag jedoch auf einen Sonntag fällt, hat man sich auf den 1. November 2021 geeinigt. Bis zu diesem Datum muss die Steuererklärung beim Finanzamt eingegangen sein.

Für 2020 gilt der 1. November 2021 als Frist für die Abgabe der Steuererklärung.

Was passiert, wenn ich die Frist verpasst habe?

Wenn du der Pflicht zur Einkommenssteuer nicht nachgekommen bist und die Frist verpasst hast, erhältst du in der Regel einen Verspätungszuschlag von 0,25 Prozent der festgesetzten Steuer, der von deinem Finanzamt festgelegt wird. Dabei handelt es sich jedoch um mindestens 25 Euro pro verspäteten Monat. Generell ist es aber erlaubt, dass du deine Steuererklärung auch noch rückwirkend abgeben kannst.

Steuererklärung rückwirkend abgeben: Du hast dafür vier Jahre lang Zeit.

Was ist der Steuerfreibetrag und wie hoch ist er?

Der Steuerfreibetrag ist in Deutschland der steuerlicher Grundfreibetrag, der alle zwei Jahre neu berechnet wird. Derzeit liegt er für 2021 bei 9.744 Euro und wird für das Jahr 2022 auf 9.984 Euro angehoben. Du kannst dir einen Freibetrag hinsichtlich deiner Steuern eintragen lassen und dieser sorgt dann dafür, dass die monatliche Steuer, die dein Arbeitgeber abführt, etwas geringer ausfällt.

Wer ist zur Steuererklärung verpflichtet?

Wenn du in Deutschland Steuern zahlst, sbist du entweder verpflichtet, eine Steuererklärung innerhalb der gesetzlichen Frist abzugeben oder du kannst dies auch freiwillig tun. Bei der freiwilligen Abgabe lohnt es sich besonders, wenn du zum Beispiel mehr als 1.000 Euro Werbungskosten aufweist. Selbstständige und Gewerbetreibende müssen immer eine Steuererklärung machen. Wenn du Arbeitnehmer oder Arbeitnehmerin bist, führt dein Arbeitgeber die Lohnsteuer normalerweise automatisch an das Finanzamt ab. Da jedoch vom Finanzamt häufig davon ausgegangen wird, dass Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen weitere Einkünfte haben, wird auch hier eine Steuererklärung von dir erwartet, um am Ende die korrekte Steuer berechnen zu können.

Wer muss keine Steuererklärung machen?

Wenn du mit deinem Einkommen unter dem gesetzlichen Grundfreibetrag von 9.744 Euro für das Jahr 2021 liegst, musst du in Deutschland keine Steuererklärung abgeben.

Muss ich eine Steuererklärung abgeben, wenn ich Arbeitslosengeld erhalte?

Da das Arbeitslosengeld I (ALG 1 oder ALG I) zu den Lohnersatzleistungen zählt, ist es steuerfrei. Wenn die jährlichen Einnahmen aus Lohnersatzleitungen jedoch eine Summe von 410 Euro überschreiten, musst du ebenfalls eine Steuererklärung abgeben. Wenn du Arbeitslosengeld II beziehst, musst du keine Steuererklärung machen. Wenn du jedoch nicht das ganze Jahr arbeitslos warst, lohnt es sich auch hier, eine Steuererklärung zu machen und von der Steuerrückzahlung zu profitieren. Aber Achtung: Die Steuerrückzahlung wird ebenfalls auf die Arbeitslosengeld II Bezüge angerechnet. Es ist hier somit von großer Bedeutung, zu welchem Zeitpunkt das Geld der Rückerstattung auf deinem Konto eingeht, unabhängig von der Datierung des Steuerbescheids.

Was brauche ich alles für die Steuererklärung?

Um deine Steuererklärung schnell und einfach abzuwickeln, ist es wichtig, dass du diese vollständig und mit allen benötigten Nachweisen bei deinem Finanzamt einreichst. Achte somit stets darauf, dass du alle Unterlagen, diverse Belege und Bescheinigungen beisammen hast. Überprüfe sie anschließend immer auf Vollständigkeit, da sich sonst der gesamte Prozess nach hinten verschiebt.

1) Formulare:

Das Formular für die Steuererklärung findest du im Formularcenter der Bundesfinanzverwaltung. Hier kannst du das interaktive Formular zur Einkommenssteuererklärung direkt online ausfüllen.

Am einfachsten ist es jedoch, wenn du deine Steuererklärung mit Hilfe eines der vielen verfügbaren Steuerprogramme ausfüllst. Hier gibt es die Möglichkeit einer Steuererklärung-Software, wie zum Beispiel die Steuersparerklärung, die dich sozusagen wie einen roten Faden durch den Dschungel der Steuererklärung führt.

Darüber hinaus hast du ebenfalls die Möglichkeit zur vorausgefüllten Steuererklärung. Auch dieses Konzept soll dir die Einkommenssteuererklärung erleichtern. Dafür werden dir deine Daten der letzten 4 Jahre zur Verfügung gestellt, die an die Steuerverwaltung weitergeleitet wurden. Dabei handelt es sich zum Beispiel um Lohnsteuerbescheinigungen, Lohnersatzleistungen oder Beiträge zu Kranken- und Pflegeversicherungen. Du brauchst hierfür jedoch eine Registrierung mit deiner Identifikationsnummer bei Mein ELSTER. Hast du diese, kannst du mit der vorausgefüllten Steuererklärung loslegen und deine Steuererklärung ganz unkompliziert in die Hand nehmen.

2) Belege und Bescheinigungen:

Bezüglich der Nachweise, die du für deine Steuererklärung benötigst, empfiehlt es sich, im Internet eine detaillierte Checkliste zur Steuererklärung herunterzuladen. Dort findest du eine Vielzahl an Hilfestellungen, die genau dieses umfassende und komplexe Thema bedienen.

Wir möchten dir dennoch eine kurze Auflistung der wichtigsten Unterlagen, Belege und Bescheinigungen für deine Steuererklärung aufzeigen. Du benötigst für deine Steuern nämlich sämtliche Belege und Bescheinigungen aus dem Jahr, in dem du die Steuern geltend machen, wie zum Beispiel:

  • Belege für die Erstattung der Fahrtkosten
  • Werbungskosten (hierunter fallen zum Beispiel Reisekosten, Umzugskosten oder Fortbildungskosten)
  • Rentenbescheide
  • Bescheinigungen über den Erhalt von Kindergeld
  • deine Lohnabrechnungen
  • Nachweise über Versicherungen
  • deinen letzten Einkommenssteuerbescheid
  • Kirchensteuerbescheid
  • persönliche Identifikationsnummer
  • Personal- oder Reiseausweis

Steuererklärung Tipps und Tricks: Was kann ich alles von der Steuer absetzen?

Wir zeigen dir in einem kurzen Überblick, was du alles steuerlich absetzen kannst. So ist es beispielsweise möglich, bestimmte Versicherungen oder Fahrtkosten von der Steuer abzusetzen. Wir geben dir einige Beispiele, die sich richtig lohnen und informieren dich auch darüber, welche Versicherungen bei der Steuer leider nicht berücksichtigt werden.

1) Versicherungen & Steuererklärung

  • deine Rechtschutzversicherung: Allerdings ist hier lediglich die Arbeitsrechtsschutzversicherung relevant, da du nur diese bei den Werbungskosten absetzen kannst.
  • Auch die Kfz Versicherung kannst du von der Steuer absetzen, jedoch nur die Kfz-Haftpflichtversicherung, wenn du Angestellter bzw. Angestellte bist.
  • Die Lebensversicherung ist ebenfalls relevant für deine Steuererklärung. Du kannst diese steuerlich als Sonderausgabe bis zu einer Höhe von 2800 Euro absetzen, wobei der Höchstbetrag lediglich für Selbstständige gilt. Wenn du angestellt bist, hast du einen festgelegten Betrag von 1900 Euro, der bei der Steuererklärung berücksichtigt wird.
  • Die Hausratsversicherung ist für die Steuererklärung nicht relevant. Du kannst deine Hausratsversicherung bei der Steuererklärung nicht absetzen.

2) Fahrtkosten

In der Steuererklärung solltest du ebenfalls deine Fahrtkosten zur Arbeitsstätte unbedingt angeben. Denn das Finanzamt erkennt für die Fahrt zur Arbeit pro Arbeitstag jeden Kilometer als Fahrtkosten an. Hier erhältst du eine Pauschale von 30 Cent. Diese gilt für die einfache Wegstrecke. Es lohnt sich somit durchaus, wenn du deine Fahrtkosten dokumentierst und in der Steuererklärung angibst.

Fahrtkostenerstattung: pro Kilometer 30 Cent (pro Arbeitstag, einfache Wegstrecke)

3) Werbungskosten: Home-Office Pauschale

Die Home-Office Pauschale machst du in deiner Steuererklärung geltend, wenn du sie bei den Werbungskosten einträgst.

  • Du kannst 5 Euro pro Tag erhalten, allerdings höchstens 120 Tage lang und maximal 600 Euro pro Jahr.
  • Da die Homeoffice Pauschale hinsichtlich der Steuer zu den Werbungskosten zählt, musst du jedoch über eine Summe von 1000 Euro kommen, um diese auch zu erhalten.

4) Werbungskosten: Büroausstattung

Tipp: Da auch die Büroausstattung bzw. Arbeitsmittel zu den Werbungskosten gerechnet werden, kannst du zum Beispiel auch den Schreibtisch für das Homeoffice oder einen neuen Bürostuhl von der Steuer absetzen.

Steuererklärung: Wie lange muss ich auf die Rückzahlung der Steuern warten?

In der Regel nimmt die Steuerrückzahlung eine gewisse Zeit in Anspruch. Du solltest innerhalb von 4 bis 12 Wochen etwas von deinem Finanzamt hören. Manchmal dauert es jedoch auch bis zu 5 Monaten, bis du deine Rückzahlung erhältst. Das ist von mehreren Faktoren abhängig, so zum Beispiel von deinem Wohnort oder auch der Komplexität der Einkommenssteuererklärung.

Wie wird die Steuerrückzahlung berechnet?

Zunächst wird bei der Steuerrückzahlung der gesetzliche Grundfreibetrag von 9.744 Euro für das Jahr 2021 von deinen zu versteuernden Jahreseinnahmen abgezogen. Dann werden ebenfalls deine Werbungskosten sowie etwaige Sonderausgaben von deinem Jahreseinkommen abgezogen. Abhängig ist die Berechnung deiner Steuerrückzahlung jedoch auch von deiner persönlichen Steuerklasse und den Fahrtkosten zur Arbeit, die du dir erstatten lassen kannst. Wenn du in einem Jahr zum Beispiel zu viel Steuern gezahlt hast, kannst du dir diese in der Regel mit  deiner nächsten Steuererklärung wieder zurückholen.

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