Einkommenssteuer – Erfahre alles Wissenswerte rund um das Thema

11.03.2022#Allgemein

Die Einkommenssteuer ist eigentlich allen in Deutschland lebenden Bürgern und Bürgerinnen ein Begriff. Doch nicht alle wissen im Detail, was die Einkommenssteuer eigentlich alles umfasst. Und was versteht man eigentlich genau darunter? Wie lässt sich die Einkommenssteuer berechnen und wie hoch ist diese Steuer in Deutschland genau? Kann man darüber hinaus von der Einkommenssteuer befreit werden oder ist sie für alle Einwohnerinnen und Einwohner Deutschlands gleich verpflichtend?

In diesem Artikel erfährst du wichtige und nützliche Informationen rund um das Thema Einkommenssteuer. Du wirst auf den neuesten Stand hinsichtlich aller einzuhaltenden Fristen gebracht und erfährst zudem, ab wann man überhaupt eine Einkommensteuer zahlen muss. Zudem siehst du, welche Einstufungszonen und Grenzsteuersätze es in Deutschland gibt und ab welchem Prozentsatz es sich um eine Reichensteuer handelt.

Lies also unbedingt weiter, wenn du wissen möchtest,

  • was die Einkommenssteuer genau ist.
  • was Freibeträge sind und wie diese mit der Einkommenssteuer zusammenhängen.
  • was der Unterschied zwischen Einkommenssteuer und Lohnsteuer ist.
  • was die Vorteile der Einkommenssteuer sind.
  • was man von der Einkommenssteuer alles absetzen kann.

 

Was ist die Einkommenssteuer?

Die Einkommenssteuer ist eine Gemeinschaftssteuer, die vom Einkommen natürlicher Personen abgezogen wird. Sie ist zudem im Einkommenssteuergesetz verankert (EStG), welches als rechtliche Grundlage dient. Der Staat erhebt die Einkommenssteuer, um unterschiedliche Dinge zu finanzieren, wie zum Beispiel Sozialleistungen, Schulen, Straßen oder Krankenhäuser.

Die Einkommenssteuer zahlt fast jeder Bürger bzw. jede Bürgerin in Deutschland. Die Höhe der Einkommenssteuer hängt davon ab, wie hoch das Einkommen der jeweiligen Person ist. Wer also zu den Besserverdienenden zählt, muss auch mehr Einkommenssteuer bezahlen. Verdienst du wenig, wird nur ein bestimmter Prozentsatz von deinem Einkommen berechnet. Der niedrigste Prozentsatz, den man in Deutschland zahlen muss, liegt bei 14 %. Dieser Steuersatz wird somit bei einem sehr niedrigen Einkommen berechnet.

 

Einkommenssteuer ist eine Gemeinschaftssteuer, die fast jeder Bürger bzw. jede Bürgerin in Deutschland bezahlt.

 

Progressive Einkommenssteuer

Unter einer progressiven Einkommenssteuer versteht man, dass sich der Steuersatz mit steigendem Einkommen ebenfalls erhöht. Man zahlt somit bei einem hohen Gehalt automatisch mehr Steuern als bei einem niedrigeren Gehalt.

Wenn man den Einkommensteuertarif von 2022 betrachtet, kann man unterschiedliche Zonen erkennen, in die das zu versteuernde Einkommen eingeteilt wird sowie die dazugehörigen Grenzsteuersätze:

Zone

Einkommen

Grenzsteuersatz

Progressionszone I

zwischen 9.985 € und 14.926 €

zwischen 14 % und 24 %

Progressionszone II

zwischen 14.927 € und 58.596 €

zwischen 24 % und 42 %

Proportionalzone I

zwischen 58.597 € und 277.825 €

einheitlich bei 42 %

Proportionalzone II (auch Reichensteuer genannt)

ab 277.826 €

einheitlich 45%

 

Was sind eigentlich Freibeträge und wie hängen diese mit der Einkommenssteuer zusammen?

Doch nicht alle Teile deines Einkommens sind von der Einkommenssteuer betroffen. Es gibt ebenfalls sogenannte Freibeträge, auf die keine Einkommenssteuer erhoben werden. So gibt es in Deutschland einen Grundfreibetrag. Im Jahr 2021 liegt dieser bei 9.744 Euro. Wer also im Jahr lediglich einen Verdienst von 9.744 Euro aufweist, muss gar keine Steuern bezahlen. Es gibt zudem auch einen Freibetrag für Kinder, da Eltern mit Kindern mehr Geld für ihren Lebensunterhalt benötigen. Dieser liegt im Jahr 2021 bei 5.460 Euro. Darüber hinaus gibt es ebenfalls einen Freibetrag für die Kinderbetreuung, der 2021 bei 2.928 Euro liegt.

Als verheiratetes Paar ist es ebenfalls möglich, Steuern zu sparen, da man die beiden Grundfreibeträge zusammenlegen darf und somit auf eine steuerfreie Summe von 19.488 Euro kommt.

Einkommenssteuer vs. Lohnsteuer – Worin besteht überhaupt der Unterschied?

Worin genau unterscheiden sich Einkommenssteuer und Lohnsteuer voneinander? Kennst du bereits den bedeutenden Unterschied? Die Lohnsteuer ist sozusagen eine spezielle Form der Einkommenssteuer, sprich ein Teil der Einkommenssteuer. Sie wird vom Arbeitnehmer bzw. von der Arbeitnehmerin gezahlt. Außerdem wird sie vom Arbeitgeber automatisch an das Finanzamt abgeführt.

Doch was ist nun der wesentliche Unterschied zur Einkommenssteuer? Wenn man nun weitere Einkünfte bezieht, wie etwa aus einer selbstständigen Tätigkeit oder gar Mieteinkünfte, muss man ebenfalls auf diese Einkünfte Steuern zahlen. Diese Steuern muss jedoch jeder einzelne selbst abführen, da dies nicht automatisch geschieht wie bei der Lohnsteuer.

Somit muss man die Einkommenssteuer selbst veranlassen und an das zuständige Finanzamt melden. Dafür hat man in der Regel festgelegte Fristen. Achte also stets darauf, dass du die Einkommenssteuer selbst und innerhalb der festgelegten Fristen veranlasst (vor allem hinsichtlich selbstständiger Tätigkeiten oder Mieteinnahmen). Dies steht ganz im Gegensatz zur Lohnsteuer, die dein Arbeitgeber automatisch von deinem Lohn abzieht.

Welche Fristen gibt es bei der Einkommenssteuer?

Die Frist bei der Einkommenssteuer ist immer der 31. Juli des Folgejahres. Dies kann man sich relativ gut merken, da es hier nur selten Ausnahmen gibt. Bis zu diesem Datum muss also die Steuererklärung beim Finanzamt eingegangen sein. Für das Steuerjahr 2020 endete die Frist jedoch ausnahmsweise am 1. November 2021. Grund dafür war bzw. ist die Corona-Pandemie.

Zieht man hingegen bei der Steuererklärung einen Steuerberater hinzu, verlängert sich die Frist ebenso auf den letzten Februartag des übernächsten Jahres. Auch für 2020 gibt es eine Ausnahme aufgrund der Corona-Pandemie: Hier gilt der 31. Mai 2022 als letzter Tag der Abgabe.

Übrigens: Neben der Lohnsteuer setzt sich die Einkommenssteuer übrigens noch aus weiteren Erhebungsformen zusammen: der Kapitalertragssteuer, der Bauabzugssteuer und der Aufsichtsratsteuer.

sind die Vorteile der Einkommenssteuer?

Die Vorteile der Einkommenssteuer liegen klar auf der Hand: Da sie eine Gemeinschaftssteuer des deutschen Staates ist, profitiert unterm Strich auch die gesamte Gesellschaft von dieser Steuer. Doch wie funktioniert dies überhaupt? Durch die Einkommenssteuer finanziert der Staat (oder konkreter gesagt die deutschen Bundesländer) sozusagen seinen Haushalt, oder vielmehr gesagt: rund ein Drittel seines Haushaltes. Die Einkommenssteuer ist nämlich die wichtigste Einnahmequelle des Staates überhaupt.

Und was genau wird von der Einkommenssteuer alles finanziert?

Es gibt einige Dinge, die der Staat mit der Einnahme der Einkommenssteuer finanziert, so etwa die Infrastruktur des Landes. Somit ist garantiert, dass es gute Straßenverhältnisse auf Bundes- und Landstraßen gibt und dass Autobahnen und Bahnstrecken auf dem neuesten Stand sind.

Aber auch im Bereich Arbeit und Soziales wird vieles durch die Einkommenssteuer finanziert, wie etwa die Arbeitsmarktfinanzierung. Ebenso werden die Gelder für die Landesverteidigung in Form von z.B. Bundeswehr oder Polizei verwendet. Dann gibt es noch die Ausgaben für Bildung, wie etwa Schulen und Universitäten. Auch diese werden von Staatsgeldern finanziert und damit wird gesichert, dass alle Bürger und Bürgerinnen einen freien Zugang zu Bildung erhalten.

Die Einkommenssteuer – die wichtigsten Vorteile kurz zusammengefasst:

  • Gemeinschaftssteuer, von der alle profitieren, da der Staat dadurch seine Aufgaben erfüllt

 

Finanzierung von:

  • Infrastruktur
  • Bildung
  • innerer Sicherheit
  • Sozialleistungen

kann man von der Einkommenssteuer alles absetzen?

Es gibt einiges, was du in Bezug auf die Einkommenssteuer absetzen kannst, wenn du dich mit dieser Art der Steuer in Form einer Steuererklärung näher beschäftigst.

Absetzen kannst du beispielsweise Folgendes:

Werbungskosten

  • ​​​​​​​hierunter fallen zum Beispiel Reisekosten, Umzugskosten, Bewerbungskosten, Büroausstattung, Arbeitsmittel, Fachbücher oder Fortbildungskosten

Arbeitnehmer mit Kindern

  • ​​​​​​​evtl. gibt es eine höhere Steuererstattung, wenn das Finanzamt Kindergeld und Kinderfreibetrag miteinander vergleicht
  • Steuerermäßigung für Kinderbetreuungskosten

Sonderausgabenabzug für Arbeitnehmer

  • ​​​​​​​Arbeitnehmern steht ein Sonderausgabenabzug hinsichtlich abgeführter Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung zu, wobei Kranken- und Pflegeversicherung in voller Höhe, die Rentenversicherung zu 82% abziehbar sind
  • ebenfalls als Sonderausgaben abziehbar sind Unterhalt an Ex-Ehepartner, Kirchensteuer, Riester-Beiträge in Höhe von bis zu 2.100 Euro

Ausgaben für außergewöhnliche Belastungen

  • ​​​​​​​Hiermit sind Ausgaben für Brillen, Zahnersatz oder Medikamente gemeint. Es wird jedoch vom Finanzamt eine zumutbare Eigenbelastung kalkuliert, die wiederum vom Einkommen des Arbeitnehmers abhängig ist.

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Fragen und Antworten zur Einkommenssteuer

Muss man eine Einkommenssteuererklärung abgeben?

Selbstständige und Gewerbetreibende müssen immer eine Einkommenssteuererklärung abgeben, da ihre Einkommenssteuer nicht automatisch abgeführt wird. Ansonsten sind Arbeitnehmer mit Steuerklasse I oder Ehepaare mit der Steuerklasse IV/IV nicht verpflichtet, eine Einkommensteuererklärung beim Finanzamt einzureichen. Abgabepflicht besteht allerdings bei einem Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte. Liegt dein Einkommen unterhalb des Grundfreibetrags, besteht keine Verpflichtung zur Abgabe.

Wie reiche ich die Einkommenssteuererklärung beim Finanzamt ein?

Die Einkommenssteuererklärung wird in Deutschland nur noch elektronisch via ElsterOnline eingereicht. Dort musst du dich registrieren und kannst dann deine Daten online an dein zuständiges Finanzamt übermitteln.

Gibt es auch einen Freibetrag für ehrenamtliche Tätigkeiten?

Ja, für ehrenamtliche Tätigkeiten wie etwa im Dienst oder Auftrag einer öffentlich-rechtlichen oder gemeinnützigen Körperschaft (zum Beispiel die Tätigkeit eines ehrenamtlichen Schiedsrichters usw.) gibt es einen Freibetrag in Höhe von 720 Euro im Jahr.

Was passiert eigentlich, wenn man die Einkommenssteuererklärung zu spät abgegeben hat?

Wenn du die Frist versäumt hast, musst du einen Verspätungszuschlag bezahlen. Dieser liegt jedoch im Ermessen deines zuständigen Finanzberaters bzw. deiner Finanzberaterin.

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